Obama: Neue Medien haben eine Welt geschaffen, in der „alles wahr und nichts falsch ist“

Von Joseph Lichterman, Nieman Lab

Der zukünftige Präsident der USA. Donald Trump twitterte am Donnerstag in der Nacht, dass er Ford überzeugt habe keine Fabrik in Kentucky zu schließen. “Ich habe hart mit Bill Ford zusammengearbeitet um die Lincoln Fabrik in Kentucky zu retten,” twitterte Trump. “Ich schuldete es dem großartigen Staat Kentucky für Ihr Vertrauen in mich.”

Es gab dabei nur ein Problem: Der Automobilkonzern hatte gar keine Pläne die Fabrik zu schließen. (Es war geplant die Produktion des Lincoln MKC SUV nach Mexiko zu verlagern, aber die Produktion des Ford Escape sollte am Standort gesteigert werden, welcher in der gleichen Fabrik produziert wird.)

Abgesehen von den Plänen von Ford, illustriert der Vorfall sehr anschaulich, wie soziale Medien genutzt werden, um Falschmeldungen zu verbreiten.


Es handelt sich um Problem, dass sogar Präsident Barack Obama beschäftigt. Er begegnete diesem Problem in einer Pressekonferenz in Deutschland in dieser Woche:

Obama hatte, nach einem Artikel von New Yorker Autor David Remnick, “fast bessessen davon gesprochen”, wie eine zirkulierende BuzzFeed Geschichte über Teenager in Macedonia die Runde machte, wonach pro-Trump Websiten, Fake-Geschichten verbreiten.

Facebook und andere ähnliche Websiten haben zu einer Umgebung geführt, in der „alles und nichts wahr ist“, wie Obama sagte:

“Eine Erklärung zum Klimawandel von einem Physik-Nobelpreisträger sieht auf Facebook genauso aus, wie eine Leugnung des Klimawandels, von jemand der auf dem Gehaltszettel der Koch Brüder steht. Und die Fähigkeit gefälschte Informationen zu verbreiten, wilde Verschwörungstheorien zu streuen, die Opposition in den schlechtesten Farben zu malen, ohne jeden Hauch von einer Widerlegung, das hat dazu geführt, dass sich das Elektorat sehr viel schärfer polarisiert und dass es sehr schwierig macht eine gemeinsame Unterhaltung zu führen.”

Dies markiert einen entscheidenden Wandel von früheren politischen Zeiten: “Idealerweise würde in einer Demokratie jedermann zustimmen, dass der Klimawandel eine Folge von Menschen erzeugten Verhaltens ist. Dies ist so, da uns dies von 99% der Wissenschaftler gesagt wird.“ so Obama, “Und dann hätten wir eine Debatte darüber, wie wir diesen Klimawandel begegnen würden. Zumindest war diese in den 70ern, 80er, und 90ern so. Man hatte die Republikaner die den „Clean Air Act“ unterstützten und man hatte eher eine am Markt orientierte Lösung als eine Befehls-und Steuerungsansatz. So, man konnte also über die Instrumente sprechen, aber es gab ein Basisverständnis darüber was Fakten sind, auf deren Grundlage wir alle arbeiten können. Nur heute haben wir diese gemeinsame Grundlage nicht mehr.”

Selbst Mitglieder von Trumps zukünftiger Regierung haben solche Falschmeldungen verbreitet.


Für seinen Teil, sagte Facebooks Chef Mark Zuckerberg, dass sogenannte Hoaxe oder Fake-Nachrichten-Profile weniger als ein Prozent von dem ausmachten, was Menschen in ihren Stream sehen würden. Trotz dieser Äußerung wird dieses Problem nicht von allein verschwinden, und es erscheint, dass Journalisten und Nachrichtenkonsumenten weiterhin einen Weg finden müssen, wie Sie die Verbreitung von Fake-Stories in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google bekämpfen wollen. Dazu nur eine Auswahl an aktuellen Nachrichten zum Thema auf Englisch:

Von Joseph Lichterman, für das Nieman Lab