Die Meldung basiert auf der Aussage einer „anonymen Quelle“ und erschien erstmals auf einem Account, der sich selbst als Parodie bezeichnet. Zelenska ist bereits mehrfach öffentlich aufgetreten, nachdem solche Behauptungen über ihre angebliche „Flucht“ verbreitet worden waren.
In pro-russischen Medien verbreitet sich rasch die Meldung über die Flucht von Olena Selenska aus dem Land: Die First Lady habe angeblich 66 Millionen Euro in bar sowie zahlreiche Goldbarren und Schmuckstücke mitgenommen. Diese Tat sei angeblich dadurch motiviert gewesen, dass die NABU im Begriff gewesen sei, Selenska zu verhaften. Die Propagandisten, die diese Nachricht verbreiten, berufen sich auf eine gewisse anonyme „Quelle in der britischen Botschaft“ in Kiew.

Tatsächlich ist diese Meldung jedoch komplett erfunden. Erstens haben nur russische Sender darüber berichtet: keine einzige seriöse ukrainische oder westliche Quelle hat über die Vorbereitung einer „Flucht“ berichtet; hätte die Information der Wahrheit entsprochen und wäre sie ausländischen Botschaften oder Geheimdiensten bekannt gewesen, wäre es logisch, dass die internationalen Medien auf diese Sensation aufmerksam geworden wären. Zweitens tauchte die Nachricht erstmals bereits am 17. Mai auf einem pro-russischen Account auf X auf, der sich selbst als „Parodie“ bezeichnet und vielsagend einen „Ban wegen Faktenprüfung“ verspricht. Solche Profile veröffentlichen ständig antiukrainische Desinformation in der Hoffnung, dass Internetnutzer diese unkritisch weiterverbreiten – was in diesem Fall auch geschehen ist. Bereits nach der sogenannten Flucht trat Zelenska mehrmals öffentlich in Erscheinung: So gratulierte die First Lady am 21. Mai gemeinsam mit dem Präsidenten den Ukrainern zum Tag der Vyshyvanka, traf sich am 20. Mai im Rahmen der Arbeit ihrer Wohltätigkeitsstiftung mit dem australischen Unternehmer Andrew Forrest, am 19. Mai nahm das Ehepaar Selenskyj an der Eröffnung der Ausstellung von Ivan Marchuk im „Schokoladenhaus“ teil, und am 18. Mai gedachte sie der Opfer des Völkermords am krimtatarischen Volk.
Offenbar wurde diese Falschmeldung im Rahmen einer Desinformationskampagne gegen Olena Selenska verbreitet: Vor kurzem hatten Propagandisten behauptet, die NABU bereite die Festnahme der First Lady vor. Die NABU und die SAP reagierten umgehend und unmissverständlich: Es werden keine rechtlichen Schritte gegen Olena Selenska unternommen und sind auch nicht geplant. Beide Behörden betonten, dass solche Falschmeldungen Teil einer systematischen Kampagne des Aggressorstaates sind, die darauf abzielt, die ukrainischen Antikorruptionsinstitutionen zu diskreditieren und das Vertrauen der Öffentlichkeit in sie zu untergraben.
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