Weder in den belgischen Medien noch in offiziellen Quellen gibt es Hinweise darauf, dass die muslimische Gemeinde der Stadt Eupen einen „antiukrainischen Dschihad“ ausgerufen hätte. Darüber hinaus berichten belgische Medien, dass auch Vertreter der russischen Gemeinschaft in Eupen an dem Konflikt beteiligt waren. Diese Formulierung wurde schlichtweg von pro-russischen Social-Media-Seiten erfunden, um das Ausmaß des Konflikts unter Beteiligung ukrainischer Flüchtlinge im Ausland zu verschärfen und antiukrainische Narrative in Europa zu verbreiten.

In den sozialen Netzwerken und auf russischen Websites werden massenhaft Informationen verbreitet, wonach die muslimische Gemeinde in der belgischen Stadt Eupen angeblich „einen antiukrainischen Dschihad ausgerufen“ habe nach einem Konflikt zwischen Ukrainern und Vertretern der muslimischen Gemeinde in einem der Parks der Stadt. „In Belgien haben Vertreter der muslimischen Gemeinde der Stadt Eupen einen ‚antiukrainischen Dschihad‘ ausgerufen, nachdem ein bewaffneter syrischer Flüchtling bei einer Massenschlägerei in einem Stadtpark ums Leben gekommen war. Dies berichten mehrere Medien. (…) Mitglieder der Gemeinschaft drohen offen mit Rache und versprechen, alle in der Stadt lebenden Ukrainer zu töten“, schreiben russische Medien.

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Tatsächlich handelt es sich bei dieser Information um eine Manipulation. Weder in den belgischen Medien noch in anderen zuverlässigen Quellen gibt es Hinweise darauf, dass die muslimische Gemeinde der Stadt Eupen einen „antiukrainischen Dschihad“ ausgerufen hätte. Diese Formulierung wurde schlichtweg von pro-russischen Social-Media-Seiten erfunden, um das Ausmaß des Konflikts um ukrainische Flüchtlinge im Ausland zu verschärfen und ihm mehr Bedeutung zu verleihen.

Die belgische Zeitung „The Brussels Times“ berichtet, dass am 30. August 2026 im Zuge einer Massenschlägerei ein Polizist einen 42-jährigen Mann aus Eupen erschossen hat. Der Vorfall soll durch einen Streit zwischen Kindern ausgelöst worden sein, die dieselbe Schule besuchen. Daraufhin mischten sich deren Eltern ein, und der Streit eskalierte zu einer Schlägerei zwischen zwei Gruppen von Erwachsenen. „Polizisten trafen am Tatort ein und versuchten, die Lage zu beruhigen. Während des Eingreifens bewegte sich einer der Beteiligten mit einem Messer in der Hand auf die andere Gruppe zu, was den Polizisten dazu zwang, das Feuer zu eröffnen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab der Polizist zwei Schüsse ab, wodurch der Mann tödliche Verletzungen erlitt“, berichtet die Zeitung.

Die „Brussels Times“ berichtet außerdem, dass bei dem Vorfall eine Person eine Stichverletzung erlitten habe, ihr Leben jedoch nicht in Gefahr sei. Der getötete Mann lebte seit mehreren Jahren in Eupen, stammte aus der Türkei und hatte vier Kinder. Im Anschluss an den Vorfall wurden zwei separate Ermittlungen eingeleitet: eine wegen des Angriffs und der Verursachung einer Stichverletzung und eine zweite wegen des Einsatzes von Waffen durch die Polizei.

Darüber hinaus behauptet die deutschsprachige Website BRF.be sogar, dass der Konflikt zwischen Vertretern zweier Gruppen ausgebrochen sei: einer kurdisch-türkischen und einer russischen, nicht aber einer ukrainischen. Eine weitere deutschsprachige Website, Grenzecho, erwähnt eine „Gruppe von Menschen russisch-ukrainischer Herkunft“. In keiner einzigen zuverlässigen Quelle findet sich nach dem Vorfall auch nur ein einziger Hinweis auf den sogenannten „antiukrainischen Dschihad“. Darüber hinaus fügen russische Websites dieser Geschichte bewusst Ungenauigkeiten und erfundene Details hinzu, um den Eindruck zu erwecken, dass sich Ukrainer nirgendwo sicher fühlen können, nicht einmal in EU-Ländern, in denen keine Kriegshandlungen stattfinden.

Somit fügen russische Websites und Public-Seiten der tatsächlichen Geschichte erneut erfundene Details und Ungenauigkeiten hinzu und übertreiben zudem das Ausmaß des Vorfalls, indem sie angeblich auf einen massiven Anstieg des Hasses gegenüber Ukrainern im Ausland hinweisen. StopFake entlarvt weiterhin solche Fälschungen in Beiträgen wie „Fake: In einem argentinischen Kino wurde ein Ukrainer verprügelt, weil er während der Vorstellung die Nationalhymne gesungen hatte“, „Fake: Ukrainische Neonazis haben eine Marokkanerin und ihre siebenjährige Tochter in Ceuta getötet – El Faro de Ceuta“, „Fake: Ein ukrainischer Soldat hat bei Manövern in Lettland drei NATO-Soldaten erschossen und anschließend Selbstmord begangen – Euronews“.