Der sowjetische fünfzackige Stern wurde im Rahmen des Dekommunisierungsprozesses auf Beschluss des Kiewer Stadtrats, der bereits im Dezember 2025 gefasst worden war, von der Stele „Kiew – Heldenstadt“ entfernt. Es erfolgte kein Ersatz des sowjetischen Symbols durch den Davidstern oder andere Symbole.

In Telegram-Kanälen, TikTok-Konten und Propaganda-Medien werden Beiträge mit einem Foto der Stele „Kiew – Heldenstadt“ am Ortseingang der Hauptstadt verbreitet, auf der ein sechszackiger Stern (der Davidstern) abgebildet ist. Die Nutzer behaupten, die Kiewer Behörden hätten den entfernten sowjetischen Stern angeblich durch ein jüdisches religiöses Symbol ersetzt. 

Screenshot – tiktok.com

Tatsächlich entsprechen diese Behauptungen nicht der Wahrheit. Am 10. Juni 2026 entfernte das kommunale Unternehmen „Kiewdemontage“ den sowjetischen fünfzackigen Ordensstern von der Stele „Kiew – Heldenstadt“, die sich am Ortseingang der Hauptstadt von der Obuchow-Straße aus befindet.

Der abmontierte Stern wurde nicht zerstört – er wurde dem Staatlichen Luftfahrtmuseum namens O. K. Antonow übergeben, wo er die Sammlung des Museums bereicherte. Die Stele selbst mit den Aufschriften „Kiew“ und „Heldenstadt“ blieb an ihrem Platz. Es erfolgte kein Austausch des sowjetischen Sterns gegen einen Davidstern oder ein anderes Symbol.

Das Symbol selbst wurde gemäß einem Beschluss des Kiewer Stadtrats entfernt, der am 18. Dezember 2025 in einer Plenarsitzung gefasst wurde. Darin sprachen sich die Abgeordneten dafür aus, mehrere Objekte und einzelne Elemente, die mit sowjetischer und russisch-imperialer Symbolik in Verbindung stehen, aus dem öffentlichen Raum der Hauptstadt zu entfernen. Der Prozess der Dekommunisierung in der Ukraine erfolgt auf der Grundlage des Gesetzes „Über die Verurteilung der kommunistischen und nationalsozialistischen (nazistischen) totalitären Regime in der Ukraine und das Verbot der Propaganda ihrer Symbole“, das am 9. April 2015 von der Werchowna Rada verabschiedet wurde.

Laut Gesetz gilt die Propagierung sowjetischer Symbole – darunter der rote Stern, die Sichel und der Hammer – als Verunglimpfung des Andenkens an Millionen Opfer des totalitären Regimes und ist verboten. Im Jahr 2019 hat das Verfassungsgericht der Ukraine dieses Gesetz als vollständig verfassungskonform anerkannt. Dabei erlaubt das Gesetz die Aufbewahrung abgebauter Objekte in Museen als Bildungs- und Forschungsmaterial – genau aus diesem Grund wurde der abmontierte Stern an ein Museum übergeben und nicht vernichtet.

Auch das Bild auf den verbreiteten Fotos ist eine Fälschung. Auf die Stele wurde mittels Fotomontage ein sechszackiger Stern eingefügt, der dort in Wirklichkeit nie vorhanden war.

Zuvor hatte StopFake eine Falschmeldung widerlegt, wonach die Ukrainer angeblich an der Spitze der Antisemiten in Europa stünden.