Dass Frankreich auf einer Verteidigungsmesse im Rahmen einer Ausschreibung lettische Drohnen den ukrainischen vorgezogen hat, wurde von Propagandisten sofort als gezielte Abkehr Frankreichs von der ukrainischen Rüstungsindustrie dargestellt, wobei die umfangreiche französisch-ukrainische Zusammenarbeit im militärisch-industriellen Bereich verschwiegen wurde.
Im Internet kursieren Berichte, wonach der Kauf der lettischen Abfangdrohnen vom Typ BLAZE der Firma Origin Robotics durch Frankreich einen „Schlag ins Gesicht“ für den ukrainischen Rüstungskomplex darstelle und ein Beweis für die „institutionelle Unfähigkeit“ der Ukraine sei, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Die Autoren der Veröffentlichungen behaupten, dies sei ein Zeichen für das Scheitern der ukrainischen Verteidigungsdiplomatie und eine institutionelle Krise in Kiew, aufgrund derer die ukrainischen Rüstungsunternehmen angeblich „Millionen verlieren“ und bei europäischen Aufträgen leer ausgehen.

Tatsächlich sprechen die Fakten jedoch eine andere Sprache. Frankreich verzichtet nicht nur keineswegs auf ukrainische Drohnentechnologien, sondern ist sogar das erste Land, das eine groß angelegte Lokalisierung und gemeinsame Produktion von Drohnen direkt mit ukrainischen Unternehmen in Angriff genommen hat.
Die französisch-ukrainische Zusammenarbeit im Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge entwickelt sich in beispiellosem Tempo. Im Rahmen der Verteidigungspartnerschaft verkaufen französische Unternehmen wie Delair und Thales nicht nur fertige Lösungen, sondern haben auch offizielle Verträge über die gemeinsame Produktion, Wartung und Lokalisierung von Drohnen in der Ukraine unterzeichnet.
Darüber hinaus hat der französische Drohnenhersteller Turgis & Gaillard mit dem ukrainischen Unternehmen „Antonov“ eine Vereinbarung über die gemeinsame Produktion der schweren Angriffsdrohne Aarok auf ukrainischem Gebiet geschlossen. Die Entscheidung für die lettischen Abfangdrohnen vom Typ BLAZE für die spezifischen Anforderungen der französischen Luftabwehr ist eine übliche Diversifizierung der Beschaffungen innerhalb der EU und der NATO, die die milliardenschweren Investitionen Frankreichs in den ukrainischen UAV-Sektor in keiner Weise aufhebt oder schmälert.
Die Behauptung, die Ukraine sei „institutionell nicht in der Lage“, Waffen zu exportieren, wird durch den zeitlichen Ablauf der Ereignisse widerlegt. Im Februar 2026 erhielten ukrainische Hersteller die ersten Exportlizenzen für Militärgüter. Im April 2026 kündigte Selenskyj das Programm „Drone Deals“ an – ein Rahmenabkommen für den Export von Drohnen, Raketen, Munition und Software. Im Mai 2026 unterzeichnete die Ukraine mit fünf europäischen Ländern das CORPUS-Memorandum und schloss mindestens vier bilaterale Verteidigungsverträge ab. Ukrainische Drohnen werden im Rahmen gemeinsamer Initiativen bereits in Großbritannien und Deutschland hergestellt. Die Ukraine plant die Eröffnung von zehn Exportzentren in ganz Europa.
StopFake hatte bereits zuvor die Falschmeldung widerlegt, wonach die Aktien des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall nach erfolglosen Offensivversuchen der ukrainischen Streitkräfte angeblich drastisch eingebrochen seien.


