Quelle: The Insider

TASS schreibt in einem Bericht mit dem Titel „In Artemowsk hat ein neunjähriges Partisanenmädchen den Turm eines Panzers der ukrainischen Streitkräfte blockiert“:

„Ein neunjähriges Partisanenmädchen aus Artemowsk hat den Turm eines Panzers der ukrainischen Streitkräfte blockiert. Wie der Vater des Mädchens im Gespräch mit TASS berichtete, wurde der defekte Panzer auf einen Einsatz geschickt, wo er sofort außer Gefecht gesetzt wurde.“

„Gegenüber unserem Haus stellten ukrainische Soldaten Panzer auf. Und da das sehr oft vorkam, unterhielten wir uns trotzdem und bauten Vertrauen zueinander auf. Und meine Tochter bat darum, in einen Panzer klettern zu dürfen“, erzählte der Vater des Kindes und merkte an, dass das Kind damals 9 Jahre alt war.

Wie das Mädchen selbst in einem Gespräch mit TASS berichtete, kann sie sich zwar nicht mehr an die technischen Details erinnern, doch es sei ihr gelungen, den Turm zu blockieren.

Nach Angaben des Vaters des Mädchens kam der Kommandant zur Besatzung, doch die ukrainischen Soldaten trauten sich nicht zuzugeben, dass sie das Kind in den Panzer gelassen hatten. Kurze Zeit später wurde die Besatzung, ohne das Problem mit dem Turm gelöst zu haben, auf einen Einsatz geschickt. „Sie fuhren mit einem defekten Turm zum Einsatz und wurden dabei getroffen“, fasste der Mann zusammen.

„Die Ereignisse“, so präzisierte er, „fanden zu einer Zeit statt, als sich die ukrainische Gruppe in Artemowsk aufhielt.“

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Grundsätzlich ist es möglich, den Drehmechanismus des Turms eines modernen Panzers von der Fahrerkabine aus zu blockieren. Die Drehbewegung wird durch das Kugellager des Turms gewährleistet, den sogenannten Drehkranz – zwei Zahnräder, zwischen denen Kugeln angebracht sind, um den Drehwiderstand zu verringern. Wenn man einen ausreichend massiven und stabilen Fremdkörper, zum Beispiel eine große Schraube, in diesen Mechanismus einführt, kann sich der Turm beim Drehversuch blockieren.

Das Mädchen erzählt diese Geschichte jedoch folgendermaßen:

„Ich selbst weiß gar nicht mehr, was ich genau gemacht habe, aber ich habe ihren Turm blockiert. Sie haben es mit aller Kraft und auf alle möglichen Arten versucht, aber er hat sich festgefressen. Dann kam ihr Kommandant und fing an, durchzudrehen – wegen dem, was sie dort für ihren Einsatz brauchten. Und der springende Punkt ist: Dieser Panzer wurde anschließend ausgeschaltet.“

Diesen Gegenstand musste sie sich im Voraus besorgen, in der Kabine dürfte er kaum herumgelegen haben. Die junge Partisanin konnte offenbar nichts über den Aufbau des Riemens wissen, also musste ihr wohl einer der Erwachsenen erklärt haben, wie sie an den Mechanismus herankommt und was zu tun ist. Und wenn dem so ist, konnte sie nicht vergessen haben, wie sie diesen Sabotageakt durchgeführt hat, und es gab für sie erst recht keinen Grund, die Einzelheiten vor dem TASS-Korrespondenten zu verheimlichen. Somit scheidet die Version eines physischen Blockierens des Drehmechanismus aus.

Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten, die Drehung des Turms zu verhindern, zum Beispiel mithilfe eines Arretiermechanismus. Es ist durchaus denkbar, dass das Mädchen dies versehentlich getan hat, als es mit dem Griff spielte. Dazu hätte sie zunächst die Schutzkappe öffnen und anschließend den Griff drehen müssen. Es ist unwahrscheinlich, dass sie dies absichtlich getan hat, aber Zufälle kommen vor. Hätte man versucht, den Turm in der arretierten Position zu drehen, hätte dies zu einem Defekt des Mechanismus führen können. Moderne Panzer, insbesondere der T-64 und der T-72, die von den ukrainischen Streitkräften bei der Verteidigung von Bachmut hauptsächlich eingesetzt wurden, verfügen jedoch über eine Sperrvorrichtung, die das Einschalten des hydraulischen oder elektrischen Drehantriebs bei arretiertem Turm verhindert. Hätte die Besatzung festgestellt, dass der Turm arretiert ist, hätte sie ihn problemlos wieder in die Betriebsposition zurückbringen können.

Das Gleiche gilt für das Ausschalten des Elektroantriebs: Man kann ihn zwar versehentlich ausschalten, aber ihn so zu beschädigen, dass er nicht sofort wieder funktionsfähig gemacht werden kann, ist unrealistisch. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass man das Mädchen allein im Panzer zurückgelassen hätte; höchstwahrscheinlich war einer der Panzersoldaten bei ihr. Und wenn dem so ist, hätte er sehen müssen, nach welchen Knöpfen und Hebeln sie greift. Daher sind die Aussagen des Mädchens und ihres Vaters äußerst unglaubwürdig.

Und völlig absurd ist die Geschichte, dass ein Panzer mit einem defekten Turmdrehmechanismus auf einen Einsatz geschickt wurde, anstatt ihn zu reparieren: Das bedeutet fast zwangsläufig den Verlust des Panzers und ein großes Risiko für das Leben der Besatzung. Natürlich ist es ein schwerwiegender Verstoß, eine fremde Person in das Fahrerhaus zu lassen – etwas, das die Besatzung gerne verheimlichen würde, um einer Bestrafung zu entgehen, aber nicht um jeden Preis. 

Interessanterweise sind in dem TASS-Video die Gesichter der jungen Partisanin und ihres Vaters unkenntlich gemacht. Man könnte sich fragen, warum das so ist, wenn sie sich doch höchstwahrscheinlich in Russland befinden?

Quelle: The Insider