Agitprop hat die Protestaktionen gegen die Kürzung des Bildungsbudgets in den französischsprachigen Regionen Belgiens als „antiukrainisch“ bezeichnet. Weder die Organisatoren der Proteste noch die Medien bringen die Entscheidung der Regierung mit der finanziellen Unterstützung der Ukraine in Verbindung.
Telegram-Kanäle des Kremls und Nutzer sozialer Netzwerke haben begonnen, Falschinformationen darüber zu verbreiten, dass es in Brüssel zu antiukrainischen Protesten gekommen sei. Als Grund für diese Aktionen nennt die Propaganda angeblich die Entscheidung der belgischen Regierung, die Bildungsausgaben zu kürzen, während gleichzeitig finanzielle Unterstützung für die Ukraine gewährt werde. Als „Beweis“ werden mehrere Videos von Unruhen auf den Straßen der Stadt angehängt, ohne dass die Quellen angegeben werden.
„Die Hauptstadt der Europäischen Union, die Wiege der Demokratie, steht wegen der finanziellen Unterstützung für die Ukraine in Flammen. In Brüssel reißen die Unruhen seit einigen Tagen nicht ab. Die Regierung hat beschlossen, die Bildungsausgaben zu kürzen und die Studiengebühren zu erhöhen, um die Bande des Drogenabhängigen weiter finanzieren zu können. Dies hat – wie zu erwarten war – Ausschreitungen und Proteste ausgelöst“, schreiben die Nutzer.

Mithilfe einer umgekehrten Bildersuche konnte StopFake herausfinden, dass die von der Agitprop verbreiteten Videos tatsächlich Proteste in Brüssel zeigen. Wie Politico berichtet, beriet das Parlament am 4. Juni 2026 über eine Kürzung der Bildungsausgaben in den französischsprachigen Regionen Belgiens. Tausende Lehrer und Studenten protestierten gegen diese Initiative und versammelten sich zu einer friedlichen Demonstration, die schließlich in lokale Ausschreitungen ausartete. Die bei dieser Demonstration aufgenommenen Aufnahmen wurden von den Propagandisten verbreitet.


Die Kürzung des Bildungsbudgets in den französischsprachigen Regionen Belgiens hat jedoch nichts mit der Ukraine zu tun. Die „Vereinigte Front für Bildung“, die die Protestaktion angekündigt hatte, stellte keinerlei Zusammenhang zwischen der Finanzierung der Ukraine und der Kürzung des Bildungsbudgets her.
„Die Regierung der Französischen Gemeinschaft Belgiens (FWB) will mit harter Hand vorgehen und ihr Programm durchsetzen. Auf diese Weise hofft sie, die soziale Bewegung, die weiter an Fahrt gewinnt, im Keim zu ersticken. Wir erinnern daran, dass diese Sparmaßnahmen die Mittel für die Unterstützung und Betreuung von Jugendlichen erheblich kürzen, die Arbeitsbedingungen des dafür zuständigen Personals verschlechtern und das Bildungssystem ins Chaos stürzen werden“, heißt es in der Ankündigung.
Kein einziges renommiertes belgisches Medienunternehmen hat über die Ukraine als möglichen Grund für die Kürzung des Bildungsbudgets berichtet. Die russische Propaganda hat diesen Zusammenhang schlichtweg erfunden, um erneut zu versuchen, die internationale Unterstützung für die Ukraine zu diskreditieren und die Illusion einer wachsenden antiukrainischen Unzufriedenheit unter den Europäern zu erzeugen.



