Anfang Februar 2026 sahen sich die russischen Truppen in den besetzten ukrainischen Gebieten mit einem unerwarteten Problem konfrontiert. Eines Nachts fiel entlang der gesamten Frontlinie bei den Besatzern plötzlich das Satellitenkommunikationssystem Starlink aus. Die offiziellen Kommunikationsstationen der ukrainischen Verteidigungskräfte arbeiteten hingegen weiterhin reibungslos. Die Besatzungstruppen waren von ihren Kommandostellen abgeschnitten.
Die Außerbetriebnahme der Terminals in der russischen Armee führte zu erheblichen Problemen bei der Zusammenarbeit der Einheiten, der Logistik und dem Einsatz verschiedener Arten von Drohnensystemen – von Boden- bis hin zu Luftdrohnen. Nach Angaben des Instituts für Kriegsforschung hat die Blockierung nicht registrierter Starlink-Terminals die Durchführung von Kampfhandlungen durch die russischen Streitkräfte erheblich erschwert und ihre Fähigkeit, taktische Schläge auszuführen, eingeschränkt.
Seitdem verbreitet die russische Propaganda aktiv Falschinformationen sowohl über die Leistungsfähigkeit der Starlink-Terminals, die der ukrainischen Armee zur Verfügung stehen, als auch über den Aufbau eines eigenen Satellitenkommunikationssystems, das „die Ukrainer in Schrecken versetzt“ habe.

Lautstarke Erklärungen und die traurige Realität
Die russische Propaganda hat traditionell versucht, den Skandal um die fehlende Kommunikation bei den russischen Truppen zu vertuschen – vor allem, indem sie das Problem verschwiegen hat. Doch im Juni 2026 gab Diktator Putin eine vielbeachtete Erklärung ab, wonach Russland ein eigenes Pendant zu Starlink – die Satellitenkonstellation „Rasswet“ (ukr. – „Morgendämmerung“) – „erfolgreich geschaffen“ habe. Putin versicherte, dass Russland angeblich „die Satellitenkonstellation gemäß den geplanten Zielen aktiv ausbaue“, doch diese Aussage entspricht, wie viele andere Äußerungen Putins auch, nicht der Realität.
Der Start der ersten russischen „Rassvet“-Raumfahrzeuge in eine niedrige Erdumlaufbahn fand tatsächlich im März 2026 statt. Dabei hat die Propaganda die Nachricht, dass Russland bereits einen der ersten 16 Satelliten verloren hat, weitgehend ignoriert.
Das Mindestziel, so versprachen die „Experten“ unter Ausblendung einer Reihe von Rückschlägen des russischen Projekts, bestehe darin, „so schnell wie möglich“ 300 Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen. In Zukunft soll die Flotte auf 950 Satelliten erweitert werden.
Im Januar 2026 berichteten Propagandamedien, dass die ersten Starts der „Svitanok“-Satelliten bereits 2025 stattfinden sollten und dass die Gesamtzahl der Satelliten in der Umlaufbahn im Jahr 2026 bereits 156 betragen sollte. Um seine eigenen unrealistischen Pläne einzuhalten, müsste Russland bereits jetzt mindestens 23 Satelliten pro Monat starten – doch die Termine werden verpasst, und in den letzten sechs Monaten gelang es Russland, lediglich 16 Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, von denen es einen bereits verloren hat.
Dabei hatte das russische Ministerium für digitale Entwicklung bereits im Sommer 2023 feierlich den Beginn der Erschließung niedriger Umlaufbahnen durch Breitband-Satelliten verkündet und versprochen, jährlich 10 bis 12 Raketen in die Umlaufbahn zu bringen – in einer Rakete finden etwa 15 Satelliten Platz. Laut Aussagen aus dem Jahr 2023 sollten sich heute in Russland mindestens 450 Satelliten in der Umlaufbahn befinden, doch die Realität hat die hochgestochenen Behauptungen der Propaganda erneut widerlegt, und der Kreml verfügt lediglich über 15 Raumfahrzeuge.
Starlink vs. „Rassvet“
Theoretisch könnte Russland seine Satelliten zur Eskalation des Krieges gegen die Ukraine einsetzen, meint der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Serhij Beskrestnov (besser bekannt als „Flash“, Experte für elektronische Kriegsführung und Kommunikationssysteme). Derzeit verfügt Russland jedoch über eine kritisch geringe Anzahl an Weltraumfahrzeugen; die Satelliten befinden sich im Testbetrieb und weisen keine Anzeichen für eine militärische Nutzung auf.
Um eine kontinuierliche und stabile Datenübertragung zu gewährleisten, muss Russland nach Ansicht von Flash mindestens 200 bis 250 Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Den Beginn des militärischen Einsatzes von Satelliten durch Russland werde die Ukraine sofort feststellen können, so Beskrestnov, und zwar anhand des Satellitendatenverkehrs, auf der Grundlage von Aufklärungsdaten oder erbeuteten Geräten. Alles werde davon abhängen, wie Russland seine Weltraumgeräte einsetzen werde, fasste Flash zusammen.
Zum Vergleich: Derzeit ist Starlink mit mehr als 12 Millionen aktiven Nutzern in 160 Ländern Branchenführer. Das Unternehmen betreibt eine Konstellation von rund 10.413 Satelliten und plant, diese auf 42.000 Satelliten in der Umlaufbahn zu erweitern.
In der Ukraine gibt es allein über 50.000 Starlink-Terminals, die offiziell von Partnern übergeben wurden. Die tatsächliche Zahl ist weitaus höher: Allein die ukrainischen Streitkräfte nutzen bis zu 100.000 Geräte – darunter Terminals, die im Bestand des Verteidigungsministeriums geführt werden, sowie Terminals, die von den Regierungen anderer Länder finanziert wurden. Weitere mehrere Zehntausend Terminals befinden sich im Besitz der ukrainischen Zivilbevölkerung – für den privaten Gebrauch.
Der russische Krieg gegen die Ukraine hat der ganzen Welt gezeigt, dass die Behauptungen über eine technische Überlegenheit Russlands gegenüber westlichen Waffen und Technologien weit von der Wahrheit entfernt sind. Dies wird durch das Beispiel der Abschaltung der russischen Truppen von den Starlink-Satellitenkommunikationssystemen eindrucksvoll bestätigt. Derzeit stellen die russischen Satelliten, deren Start mit katastrophaler Verzögerung gegenüber dem angekündigten Zeitplan erfolgt, keine direkte Bedrohung für die Ukraine dar, und alle Behauptungen der Propaganda über einen angeblichen „Vorteil“ des Systems „Rassvet“ gegenüber Starlink entsprechen nicht der Realität.



