In der Ukraine wurden keine neuen Banknoten eingeführt, von denen Ivan Franko und Mykhailo Hrushevsky angeblich „entfernt“ worden seien. Es handelt sich um Gedenkbanknoten, die in begrenzter Auflage herausgegeben werden sollen.
In russischen Telegram-Kanälen und auf Propaganda-Webseiten kursieren Meldungen, wonach in der Ukraine angeblich „neue Hrywnja“ im Umlauf seien, auf denen die Porträts von Ivan Franko (20 Hrywnja) und Mykhailo Hrushevsky (50 Hrywnja) nicht mehr zu sehen seien. Diese Entscheidung sei angeblich getroffen worden, weil Franko sich geweigert habe, sich als Ukrainer zu bezeichnen, und Hrushevsky in den letzten 12 Jahren seines Lebens als „einfacher sowjetischer Akademiker“ gearbeitet habe.

Anlass für diese Veröffentlichungen war die Meldung der Nationalbank der Ukraine über die Ausgabe einer Gedenkbanknote (Sammlerbanknote) mit dem Nennwert von 50 Griwna und dem Titel „Єдність рятує світ“ (Einheit rettet die Welt), die der Einheit der demokratischen Welt angesichts der russischen Aggression gewidmet ist. Die Auflage dieser Banknote ist begrenzt und beträgt 300.000 Stück (in einer Souvenirverpackung). Die Sammlerbanknote kann über den Online-Shop für numismatische Produkte der NBU sowie bei den vertriebenden Banken erworben werden.
Gleichzeitig bleiben die zwischen 2015 und 2020 eingeführten Banknoten im neuen Design im Umlauf, auf denen nach wie vor Ivan Franko und Mykhailo Hrushevsky abgebildet sind.
Iwan Franko – ein ukrainischer Schriftsteller, Publizist und Gesellschaftsaktivist, dessen Rolle in der ukrainischen Kultur und bei der Herausbildung der nationalen Identität weithin anerkannt ist. Darüber hinaus forderte Franko die einheimischen Galizier auf, „zu lernen, sich als Ukrainer und nicht als Rusinen zu fühlen“.
Mykhailo Hrushevsky – Historiker, Politiker und Vorsitzender der Zentralrada, eine Schlüsselfigur des ukrainischen Staatsaufbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Behauptung, er sei wegen seiner Tätigkeit in der Sowjetzeit angeblich von der Banknote „entfernt“ worden, entspricht nicht der Realität und dient dazu, das historische Gedächtnis der Ukraine zu diskreditieren.
Zuvor hatte StopFake eine Falschmeldung widerlegt, wonach der Druck der Hrywnja angeblich nach Polen verlegt werde – aufgrund von Material- und Stromknappheit.



