Diese Woche verbreiten russische Medien eine Geschichte, die behauptet, dass ein ukrainisches Ministerium den tödlichen Anschlag auf den seperatistischen Militärführer Arsen Pawlow zensieren würde. Pavlow war weithin unter seinem Kampfnamen Motorola bekannt.

Diese Geschichte wurde vor allem durch den Fernsehkanal des russischen Verteidigungsministerium Zvezda und die Mediengruppe Vesti verbreitet.

Website screenshot Zvezda

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Sowohl der Kanal Zvezda als auch Vesti veröffentlichen einen Scan eines angeblichen Briefs des ukrainischen Informationsministeriums, wonach die ukrainischen Medien angewiesen werden, den Tod Motorolas in ihrer Berichterstattung zu ignorieren.

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Arsen Pavlow wurde bei einer Explosion in einem Aufzug eines Donetzker Wohnhauses, am 16.Oktober 2016 getötet.

Auf StopFake-Anfrage beim ukrainischen Informationsministerium hin, gaben das Ministerium an, dass sie niemals eine solche Anweisung angefertigt noch verbreitet hätten. Der gescannte Brief ist eine Fälschung. Der Briefkopf ist eine Fälschung, genauso wie die Unterschrift des Informationsministers. Das Original der Unterschrift kann in der öffentlichen Einkommensdeklaration des Ministers nachgelesen werden.

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Zahlreiche Chefredakteure von Fernsehkanälen, als auch Mitarbeiter von elektronischen Medien informierten StopFake, dass sie absolut niemals einen offizielle Anweisung zum Tod von Arsen Pawlow erhalten haben. Weder vom Informationsministerium noch von anderer Seite.

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Wie am Google-Screenshot deutlich wird, war der tödliche Anschlag auf Pawlow ein breit diskutiertes Thema in allen ukrainischen Medien, die alle Aspekte des Anschlages auf verschiedensten Plattformen thematisierten und analysierten.