Einige russische Massenmedien berichten regelmäßig über die so genannte Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Ukraine und ihrem Nachbarn Ungarn. Am 6. April hat die pro-Kreml Seite Moskovskiy Komsomolets eine Geschichte veröffentlicht, dass die Ukraine im Prozeß wäre, Transkarpatien zu verlieren, da ukrainische Nationalisten Repressionen gegen die ungarische Minderheit in der Region durchführen würden. Einige Tage später folgte der Fernsehsender NTV diese Geschichte und erklärte, dass die Region Transkarpatien zu einem „zweiten Donbas“ wird.

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Russische Medien übertreiben die Zahl der ungarischen Minderheiten in der Westukraine erheblich, sie berichten dass in Transkarpatien mehr als 200.000 Ungarn leben.

Die letzte Volkszählung der Ukraine im Jahr 2001 ergab, dass 12 Prozent der transkarpatischen Bevölkerung, etwa 150.000 Menschen, als ethnische Ungarn identifiziert wurden. Im Jahr 2015 sagte der ungarische Staatssekretär für nationale Politik Arpad Janos Potapi, dass 94.000 Einwohner der Transkarpatien ungarische Pässe erhalten hätten.

Im vergangenen Jahr verkündete der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin, dass die ungarische Gemeinschaft in der Transkarpatien schnell schrumpften würde, da die Menschen die Region verließen würden. Dieser Prozeß hat die Zahl der ethnischen Ungarn auf weniger als 100.000 Menschen in der Ukraine reduziert.

Moskovskyi Komsomolets behauptet auch, dass der ungarischen Minderheit das Studium in ihrer Muttersprache vorenthalten wird. Diese Behauptung ist unbegründet, da das neue ukrainische Bildungsgesetz den mationalen Minderheiten den Unterricht in ihrer Muttersprache von der Grundschule bis zum Gymnasium garantiert.

NTV behauptet unterdessen, dass der rechte Sektor, eine rechtsextreme politische Organisation, regelmäßig in Transkarpatien auftaucht, um die lokale ungarische Minderheit zu unterdrücken. NTV fügte hinzu, dass „die Nationalisten das ungarische Kulturzentrum in Uzhorod zweimal angezündet haben“.

Die lokalen ukrainischen Behörden berichten inzwischen, dass die beiden Brandanschläge im Februar von einer radikalen pro-russischen Gruppe aus Osteuropa verübt wurde. Laut dem Gouverneur des Oblast Transkarpatien Hennadiy Moskal, kamen die ukrainischen Ermittler zu dem Schluss, dass der Organisator der Brandanschläge ein Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in Transnistrien war, und dass einer der Brandstiftungsversuche vom rechtsextremen polnischen Radikallager Falanga durchgeführt wurde. Die polnischen Behörden haben die Rolle der polnischen Extremisten ermittelt und sie verhaftet.

Moskovskyi Komsomolets verdreht weiterhin die Absicht der Ukraine, einen Militärstützpunkt in der transkarpatischen Stadt Berehove zu eröffnen. In Berehove war bis 2003 eine Infanterieeinheit stationiert, die aber 2003 aufgelöst wurde. Die Wiedereröffnung der Infanterieeinheit in diesem Jahr ist „ein direkter Weg zur Trennung der Transkarpatien“, heißt es in der Publikation.

Am 26. März hat der ukrainische Präsident Petro Poroshenko getwittert, dass die Traskarpatien die nächste Region wäre, in der Russland die Absicht hatte, Unruhen zwischen der Ukraine und ihren westlichen Partnern zu schüren.