Das stimmt nicht. Das Bulgakov-Denkmal in Kiew wurde offiziell abgebaut und der Erbin des Bildhauers Nikolai Rapaj zur Aufbewahrung übergeben. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass das Denkmal nach dem Abbau beschädigt wurde. Darüber hinaus weisen die verbreiteten Fotos Anzeichen einer KI-Generierung sowie den digitalen SynthID-Stempel auf.
Russische und pro-russische Nutzer sozialer Netzwerke verbreiten Fotos, auf denen angeblich der „abgeschnittene Kopf“ des Denkmals für Michail Bulgakow zu sehen ist, das kürzlich in Kiew abgebaut wurde. In den Beiträgen wird behauptet, dass dem Denkmal, das „vor kurzem in Kiew abgerissen wurde“, bereits „der Kopf abgesägt“ worden sei. Als „Beweis“ werden zwei Bilder veröffentlicht: Auf dem einen ist der abgesägte Teil des Denkmals zu sehen, auf dem anderen posiert ein Mann in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Polizei“ neben dieser Skulptur.

Das ist in Wirklichkeit eine Falschmeldung. Das Bulgakov-Denkmal in Kiew wurde weder zerstört noch „enthauptet“. Es wurde am 4. Juni 2026 am Andrejski-Abhang offiziell abgebaut und der Erbin des Bildhauers Nikolai Rapaj zur Aufbewahrung übergeben.
Die Stadtverwaltung von Kiew teilte den Abbau des Denkmals mit. Laut einer offiziellen Mitteilung wurde das Denkmal, das sich auf dem Andrejski-Abhang befand, der Erbin des Bildhauers Nikolai Rapaj zur Aufbewahrung übergeben. Die Stadtverwaltung von Kiew präzisierte zudem, dass sich die Erbin zuvor an eine interministerielle Arbeitsgruppe gewandt hatte, mit der Bitte, ihr das Werk ihres Vaters zur privaten Aufbewahrung zu übergeben. Die Entscheidung, das Denkmal aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, hatte der Kiewer Stadtrat bereits am 18. Dezember 2025 getroffen. Grund dafür war die Feststellung des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken, dass den Bulgakow gewidmeten Objekten eine Symbolik der russischen Imperialpolitik zukommt.
Auch ukrainische Medien veröffentlichten ein Video vom Abbau. Darauf ist zu sehen, wie Mitarbeiter der Stadtwerke das Denkmal auf ein Transportfahrzeug verladen. Weder in der offiziellen Mitteilung der Stadtverwaltung von Kiew noch in den Berichten der ukrainischen Medien gibt es Hinweise darauf, dass das Denkmal beschädigt oder zerstört wurde oder dass ihm „der Kopf abgesägt“ wurde.
StopFake hat die verbreiteten Fotos mithilfe von Tools zur Erkennung von KI-Inhalten überprüft. Der Dienst ZeroGPT schätzte die Wahrscheinlichkeit, dass das Bild von künstlicher Intelligenz erstellt wurde, auf 97 % und stufte es als Fake ein. Ein ähnliches Ergebnis lieferte der Dienst DeepAI – eine Wahrscheinlichkeit von 97 % für eine KI-Generierung.

Außerdem wurde das Bild mit Gemini überprüft, das digitale Wasserzeichen von Google AI erkennen kann. Bei der Überprüfung wurde in der Datei ein verstecktes SynthID-Wasserzeichen entdeckt. Google DeepMind erklärt, dass SynthID eine Technologie zur Wasserzeichen-Kennzeichnung und Identifizierung von Inhalten ist, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder verändert wurden. Solche Wasserzeichen sind für das menschliche Auge nicht erkennbar, können jedoch mit speziellen Tools aufgespürt werden. Google weist außerdem darauf hin, dass das Tool bei Erkennung eines SynthID-Wasserzeichens feststellen kann, ob das Bild ein Wasserzeichen von Inhalten enthält, die mit Google-KI erstellt wurden.

Nach Angaben von Osavul wurden diese Bilder am 7. Juni erstmals in den Kommentaren zu Propaganda-Beiträgen verbreitet. Anschließend wurden die Fotos als eigenständiger Beitrag auf dem Kanal „NinaVatt“ veröffentlicht.
Solche Meldungen fügen sich in das typische russische Propaganda-Narrativ über die „barbarische Ukraine“ ein, die angeblich Kultur und Denkmäler zerstört. Zuvor hatte StopFake unter Berufung auf Daten der UNESCO falsche Informationen widerlegt, wonach die ukrainische Regierung angeblich mehr als 5.000 Kulturgüter zerstört habe.



