Tausende russischer Motorradfahrer aus dem Club der pro-Kreml Nachtwölfe erreichten am 9. Mai, Berlin um Blumen an sowjetischen Kriegsdenkmälern niederzulegen, verkündeten Pro-Kreml-Medien. Die Nachtwölfe wurden in allen europäischen Ländern, durch die sie während ihrer zweiwöchigen Reise reisten, enthusiastisch empfangen.

„Der Strom von Menschen zum Mahnmal wächst immer weiter, viele tragen die russische Trikolore, Siegesbanner, einige sind in sowjetische Militäruniformen gekleidet, andere tragen Fotos ihrer Verwandten, die am Großen Vaterländischen Krieg teilgenommen haben“, schrieb die staatliche Nachichtenagentur TASS und schrieb über die angeblich große Beteiligung an der Gedenkveranstaltung zum russischen Siegestag.

Screenshot Föderale Nachrichtenagentur

Screenshot TASS

Screenshot Tsargrad

Die Nachtwölfe nennen ihre europäischen Radtouren patriotisch, solche Entdeckungsreisen gewannen nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der russischen Invasion der Ostukraine besonders an Dynamik.

Die Nachtwölfe sind jedoch kein besonders willkommene Gruppe in Europa oder den Vereinigten Staaten, wo sie allgemein eher als Putins Provokateure angesehen werden. Nach Untersuchungen des Anti-Korruptionsfonds des russischen Oppositionsführers Alexey Navalny stammen die Mittel der Nachtwölfe aus dem russischen Staatshaushalt, sie erhalten regelmäßig große Zuschüsse zur Durchführung „patriotischer“ Ereignisse.

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In diesem Jahr haben die Nachtwölfe wirklich zweitausend Biker nach Berlin geschickt. Die Mehrheit von ihnen ist jedoch nicht in die EU gelangt, da ihnen die Einreise in EU-Länder verboten ist, da sie wegen ihrer Beteiligung an der Beschlagnahmung der Krim und Teile der östlichen Ukraine unter EU-Sanktionen stehen. Die Handvoll Biker, die in diesem Jahr in Deutschland zu sehen sind, sind keine Biker aus Russland, sondern Mitglieder der Nachtwölfe, die in Europa leben.

Website des U.S. Finanzministeriums

Website des Präsidenten der Ukraine

Am 1. Mai erreichte eine Gruppe von Nachtwölfen Polen, wo die polnischen Grenzbeamten ihnen den Zutritt verweigerten, nur 30 Biker durften einreisen. Auch ein Bus mit der „technischen Ausrüstung“ der Gruppe wurde abgewiesen, ebenso herzlich wurden die Nachtwölfe in Tschechien empfangen.

Am 6. Mai begab sich eine Gruppe russischer Radfahrer auf den Prager Friedhof von Olszany, um Blumen auf sowjetischen Gedenkstätten zu legen, nur um von Demonstranten an den Eingangstoren mit EU- und NATO-Flaggen empfangen zu werden, die die Wölfe an das Hitler-Stalin-Pakt und den Molotow-Ribbentrop-Pakt erinnern.

Nach Angaben der deutschen Polizei kamen etwa 100 russische Biker in Deutschland an, sie fuhren weitesgehend unbemerkt zum sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow.

Fazit: Es gab keine begeisterten Europäer, die sie irgendwo euühorisch begrüßten.

Einer anderen Gruppe von russischen Nachtwölfen wurde der Zugang nach Georgien verweigert. Die Ukraine erlaubte auch nicht, dass die Nachtwölfe durch ihr Territorium fahren