Die Ukraine ist momentan dabei den eingeschlagenen Prozess der Dekommunisierung fortzusetzten, welches das ukrainische Parlament im April 2015 eingeleitet hat. Dabei sollen sowjetischen Denkmäler in der Ukraine beseitigt und Straßen mit kommunistischen Bezeichnungen und Verbindungen schrittweise umbenannt werden. In diesem Zusammenhang werden russische Medien nicht müde, Fälschungen über die Ukraine zu produzieren. Die Ukraine wird dabei des Faschismus bezichtigt und beschuldigt die Ruhmestaten aus dem Großen Vaterländischen Krieges zu negieren. Der genannte Begriff ist der allgemein verwendete sowjetische Begriff für den Zweiten Weltkrieg.
Die letzte Fälschung dieser Reihe ist eine Geschichte über ein Denkmal der sowjetischen Heldentaten, das den Zweiten Weltkrieges in der westukrainischen Stadt Lemberg (Lviv) gedenken soll. Laut Ukraina.ru, Delovaya Gazeta, Vzglyad, Strana.ru und Korrespondent.net, wird das Denkmal nun demontiert.

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Im Jahr 1970 wurde das betreffende Denkmal mit dem Namen „Denkmal zum Kriegsruhm der sowjetischen Armee“ offiziell eingeweiht. Die massive Skulptur, die sich im zentralen Kulturpark von Lviv befindet, ist ein unauffälliges, aber grandioses Beispiel für den sowjetischen Realismus. Das Denkmal präsentiert einen Marineinfanteristen, Panzerfahrer, einen Kanonier, einen Pilot, sowie eine imposante „Mutter-Heimat“-Figur, die innerhalb des Gesamtensembles das Schwert eines Roten Armee-Soldaten segnet. Ein Motiv, welches sich in Abwandlung auch an anderen Stellen der Ukraine noch finden lässt, beispielsweise als Statue des „Nationales Museum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg“ in der Hauptstadt Kiew.

Nach Aussage des offiziellen Pressediensts der Stadt Lviv, ist es aber momentan nicht geplant, das Denkmal zu entfernen. Umso mehr, da es ein Denkmal ist, das den Kampf gegen die Nazi-Besetzung der Stadt symbolisiert, so der Pressedienst. Momentan ist das Monument eingezäunt, weil es sich in einem schlechten Bauzustand befindet und Granitplatten aus dem Hauptsockel herausbrechen.

Der Stadtrat von Lviv hat wegen der Dekommunisierung-Gesetzte und der schlechten baulichen Substanz einen Fachausschuss um Empfehlungen gebeten um zu klären, was mit dem Denkmal gemacht werden soll. Diese Empfehlungen sollen innerhalb der nächsten drei Wochen vorliegen. Der Stadtrat hat aber explizit nicht beschlossen, das Denkmal abzureißen, so wie russische Medien es berichten. Der Hauptarchitekt der Stadt, Herr Julian Chaplinsky sagte, dass auch die Einwohner der Stadt über das Schicksal des Monumentes entscheiden sollten. Eine der Optionen, von denen Chaplinsky gesprochen hat, ist beispielsweise die gesamte Anlage in ein Museum zu verwandeln. Diskussionen über die Zukunft dieses Denkmals dauern in Lviv seit mehr als zehn Jahren an.

Russland lehnt generell heftig die Demontage von Denkmälern ab, die den Großen Vaterländischen Krieg verherrlichen. So erfolgte 2007 in Russland, eine diplomatische Protestwelle, als die estnische Regierung beschlossen hatte, ein sowjetisches Kriegsmonument eines Bronzesoldaten aus dem Zentrum der Hauptstadt Tallinn zu entfernen.

In den meisten russischen Medien wird aber auch nicht über die unangenehme Tatsache gesprochen, dass für den Rest Europas der Zweite Weltkrieg im Jahr 1939 begann, als Hitler in Polen einmarschierte. Damals waren Nazi-Deutschland und Stalins Sowjetunion Alliierte und teilten Polen und das Baltikum unter sich auf. Moskau setzte selbst auf Nazi-Deutschland, bis Hitler im Juni 1941 die UdSSR selbst überfiel.