Fake: Ukrainer bitten von Krim Stromlieferungen

Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete diese Woche, dass Ukrainer wiederholt die neuen Machthaber der Krim darum gebeten hätten, Strom von der Halbinsel mit den angrenzenden südlichen Regionen des Landes zu liefern.

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Das angesprochene Gebiet, das südukrainische Kherson, hat aber keinen Strommangel und gehört zudem zu den führenden ukrainischen Regionen in denen erneuerbaren Energien erzeugt werden.

RIAs Quelle ist Zaur Smirnov, der Vorsitzende des staatlichen Rates für internationale Beziehungen auf der Krim. Er behauptet, dass die südlichen Regionen der Ukraine nur begrenzte Ressourcen hätten und wegen Kiews Energieblockade gegenüber der annektierten Halbinsel unter Energieausfällen leiden würden.

REN TV, der Fernsehsender des russischen Verteidigungsministeriums   ZvezdaRussia TodayVzglyadArgumenty I FaktyPravda.ruVestnik Kavkaza und andere russische Propagandakanäle verbreiteten diese gefälschte Geschichte.

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Es gibt keinen Beweis dafür, dass die Region Kherson Strommangel erleidet. Die Regionalverwaltung begrenzte am 30. März zwar den Strom für einige Stunden. Dies wurde aber nur getan um Kabelreparaturen vorzunehmen, Arbeiten, für die ansonsten auch die Stromversorgung unterbrochen werden muss.

Kherson, ist insgesamt eines der sonnigsten Regionen der Ukraine, und führend in der Produktion von erneuerbarer Energie. Das Gebiet kann sowohl Solarkraftwerke als auch Windenergieanlagen aufweisen, wobei in diesem Jahr noch weitere zwölf neue Windkraftturbinen installiert werden sollen.

Dagegen erleidet die besetzte Halbinsel Krim regelmäßig Stromausfälle. Offizielle Seiten veröffentlichen regelmäßig die Zeitpläne der geplanten Stromabschaltungen.

Ein angebliches Bittstellen der Ukraine um Strom oder Gas ist ein Lieblingsthema russischer Desinformation. Im vergangenen Jahr erschienen mehrere Artikel, die behaupteten, dass Ukrainer direkt an Wladimir Putin appelliert hätten, damit er ihnen bei der Gasversorgung helfen würde. Auch diesen Fake hat StopFake im November 2016 entlarvt.