Diese Videos wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Im ukrainischen Parlament gibt es keine solchen Abgeordneten, und die tatsächlichen Abgeordneten haben keine derartigen Äußerungen getätigt.
In den sozialen Netzwerken verbreiten Nutzer Videos im gleichen Format, in denen Abgeordnete der Werchowna Rada der Ukraine angeblich vom Rednerpult des Parlaments aus erklären, dass ukrainische Männer nur zwei Optionen hätten: Militärdienst oder zehn Jahre Haft. Diese Behauptungen werden als Beispiel für die „tatsächliche Haltung der ukrainischen Regierung“ in der Frage der Mobilmachung dargestellt.

Tatsächlich entsprechen diese Behauptungen nicht der Wahrheit. Eine Überprüfung anhand öffentlich zugänglicher Daten zeigt, dass es unter den amtierenden Abgeordneten der Werchowna Rada der Ukraine keine Personen gibt, die so aussehen wie der „Abgeordnete“ aus den Videos. Auch in den offiziellen Mitteilungen der Rada, in den Erklärungen der Fraktionen oder in den renommierten ukrainischen Medien finden sich keine Hinweise auf derartige Aussagen oder Reden.
Die Analyse der Videos selbst deutet darauf hin, dass die Clips mithilfe von neuronalen Netzen erstellt oder erheblich verändert wurden. Die Stimme klingt unnatürlich: mit einem metallischen Unterton, einer gleichmäßigen, „flachen“ Intonation, ohne die für lebhafte Sprache typischen Schwankungen in Lautstärke und Klangfarbe. Auch die Synchronisation von Lippenbewegungen und Ton ist gestört: Die Mundbewegungen des Sprechers stimmen nicht immer mit den ausgesprochenen Silben überein, und die Mimik hinkt mal hinterher, mal eilt der Sprache voraus.
Außerdem entspricht die Innenausstattung des im Video gezeigten Raums nicht dem tatsächlichen Sitzungssaal der Werchowna Rada der Ukraine. Form und Farbe der Rednertribüne sowie der Hintergrund hinter dem „Sprecher“ unterscheiden sich von der tatsächlichen Rednertribüne im Parlament, was auf Fotos und Videoübertragungen von echten Sitzungen der Rada zu sehen ist.

Dies ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass es sich bei dem Video nicht um eine Aufzeichnung eines tatsächlichen Auftritts des Abgeordneten handelt, sondern um generierten Inhalt. Der Einsatz von KI bei der Erstellung der Videos wurde auch von speziellen Tools wie AIorNot aufgedeckt.

Zuvor hatte StopFake die Falschmeldung widerlegt, wonach angeblich kein einziger ukrainischer Abgeordneter sich persönlich an der Verteidigung des Landes beteiligt habe.



