Am 5. Dezember veröffentlichte die russische Webseite Ukraina.ru eine Geschichte, die behauptet, dass die Fußballnationalmannschaft der Ukraine von zukünftigen Spielen disqualifiziert werden würde. Angeblich soll der Ausschluss auf fremdenfeindliche Gesänge der ukrainischen Fußballfans fußen. Diese sollen am 15. November bei dem Freundschaftsspiel Ukraine-Serbien in der ostukrainischen Stadt Kharkiv gesungen worden sein.

Dass dies so nicht stimmt, werden wir jetzt genauer analysieren.

Website screenshot ukraina.ru

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Die Webseite gibt als Quelle die Sportsendung Velykyj Fußball von 4. Dezember für ihre Behauptung an. Das angesprochene Programm, in dem dieser Vorfall im Detail untersucht wurde, hat allerdings nie eine Disqualifikation der ukrainischen Fußballnationalmannschaft erwähnt, sondern spricht nur von möglichen Disziplinarmaßnahmen für die Ukraine. Höchstwahrscheinlich wird ein zukünftiges Spiel der Ukraine hinter verschlossenen Türen durchgeführt.

Weder der Weltfußballverband FIFA noch das damit im Zusammenhang stehende Anti-Diskriminierungsnetzwerk FARE haben die Frage über eine Disqualifikation bzw. einen kompletten Ausschluss der Ukraine jemals aufgeworfen. Man muss allerdings anmerken, dass FARE den Vorfall jedoch registriert hat und durchaus Disziplinarmaßnahmen erwartet werden. Die von der russischen Seite aufgeworfenen Vorwürfe stimmen aber in jedem Fall nicht.

Vorher hatte die FIFA alle internationalen Fußballspiele in der ostukrainischen Stadt Kharkiv bereits verboten. Die Stadt würde aufgrund der Nähe zur Kriegszone in der Ostukraine eine Gefahrensituation darstellen. Das angesetzte Freundschaftsspiel Ukraine-Serbien, das im Heimatstadion von Metalist Kharkiv durchgeführt wurde, war das erste internationale Fußballspiel das in letzten zwei Jahren in Kharkiv stattfand.

Die kritisierten Gesänge der fremdenfeindlichen Slogans dauerten dabei insgesamt weniger als eine Minute. An der Aktion waren etwa 100 junge Männer beteiligt, die ihrerseits auch Leuchtraketen abbrannten. Einige ukrainische Medien fragen deswegen nicht zu Unrecht, ob der Vorfall nicht absichtlich orchestriert wurde sei, um die Rückkehr des internationalen Fußballs nach Kharkiv zu verhindern. Die Frage bleibt in diesem Punkt offen. Der Vorfall bleibt in jedem Fall sehr ärgerlich, da er ein schlechtes Schlaglicht auf alle ukrainischen Fußballfans wirft.

Website screenshot youtube.com

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Die Stadtregierung von Kharkiv plant inzwischen selber größere Fan-Meilen in der Stadt zu installieren um friedlichen Fußballfans trotzdem ein gemeinschaftliches Fußball-Erlebnis zu verschaffen. Darüber hinaus hat die Stadtregierung Ihrer eigenen Untersuchung zum Vorfall vom 15. November gestartet.