Am 12. November berichteten russische Medien, dass Vladimir Putin angeordnet habe Gas von der Krim nach Henichesk, eine Stadt im Süden der Ukraine, zu transportieren. Die Einwohner der Stadt hätten zuvor eine Bitte um Gas-Lieferungen an Putin ausgesprochen. Später zeigten russische Websiten ein Video mit Sergey Aksyonov, Moskaus Premierminister auf der Krim, in der er persönlich darum bittet dass der russische Präsident auf die „humanitäre Katastrophe reagiere, die sich in Henichesk ausbreitete“, wo Menschen frieren würden und um Hilfe betteln würden.  Putin stimmte zu, wie er es in 2015 getan habe. Es sagte Russland würde helfen, aber betonte dass Moskau: „finanzielle Disziplin in Beziehungen zu seinen Nachbaren etablieren müsse“.

RIA Novosti, RBK, Vesti.ru, NTV, Moskovskyi Komsomolets und andere russische Seiten, die diese Fake Stories verbreiteten, behaupteten, dass die Gaslieferungen von der Krim zur Ukraine am 12. November begannen.

Allein gegen der Tatsache, dass die Lieferungen eben nicht begannen, weil es eben gar keine Lieferungen gab.

Website screenshot life.ru

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Website screenshot ria.ru

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Einige Tage zuvor traf sich Putin mit dem angesprochenen Aksyonov, während einige russische Webseiten behaupteten, dass Aktivisten aus dem südukrainischen Kherson und Henichesk Unterschriften für eine Petition sammeln würden, damit diese beim Heizen Ihrer Wohnungen unterstützt werden. Ein lokaler Aktivist mit dem Namen Hennadiy Syvak überbrachte die Petition an Aksyonov.

Syvak ist aber kein lokaler Aktivist aus Henichesk. Seinem Facebook-Profil nach lebt und arbeitet er in der Hauptstadt der Krim Simferopol und ist ein eifriger Unterstützter der sogenannten „Donetsker und Luhansker Volksrepubliken“, den ostukrainischen Gebieten, die von russischen Seperatisten okkupiert werden.

 

www.facebook.com/sivak.gennadii

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Laut dem Bürgermeister von Henichesk, Oleksander Tulupov, initiierte ein pro-russischer Aktivist mit dem Namen Eduard Kovalenko eine Initiative, in der er um Hilfe bat. Die ukrainischen Sicherheitskräfte untersuchen momentan diesen Vorfall.

www.facebook.com/sivak.gennadii

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Der Vorsitzende der Regionalverwaltung von Henichesk Oleksander Vorobyov bezeichnete Putins sogenannte Hilfe als kompletten Fake. Die Stadt erhält keinerlei Gas von der Krim. Zudem fügte er hinzu, dass die Krim selbst kein Gas habe um es mit dem ukrainischen Festland zu teilen.

Das ukrainische Energieministerium befasst sich mit den Gas-Versorgungsproblemen der Stadt und plant eine Weitergabestation um mehr Gas in die Stadt zu pumpen. Momentan hat die Stadt circa 70 % ihres benötigten Bedarfs für die kommende Wintersaison.

vesti.ru

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Russische Medien verbreiteten bereits früher eine gleiche Fake-Story: Anfang 2016, behaupteten Sie, dass der Bürgermeister von Henichesk, persönlich Putin aufgefordert habe die Stadt mit Gas zu versorgen. Und aufgrund der Größe seines Herzens, habe Putin, ohne jede Vertragsgrundlage, ohne jede Erfassung oder Zählung das Gas an die Stadt geliefert. Die Geschichte war komplett falsch und erfunden. Der Bürgermeister Tulupov sagte, er habe niemals Putin angerufen und  selbstverständlich habe auch die Stadt selbst, Russland niemals um Hilfe gebeten.