Zahlreiche russische Medien berichten, dass der staatliche Grenzschutz der Ukraine ein Fischerboot in einem russischen Hafen in russischen Hoheitsgewässern festgehalten habe.

Interfax, Vesti, REN TV, Regnum und andere russische Medien veröffentlichten diese Geschichte.

 

Website screenshot  Interfax

Website screenshot Vesti

Website REN TV

Alle russischen Medien basierten ihre Geschichten auf der Mitteilung des staatlichen ukrainischen Grenzschutzes über die Festsetzung des Schiffes. Darin wird berichtet, dass der ukrainische Grenzschutz am 25. März ein Fischerboot unter russischer Flagge in ukrainischen Gewässern festgenommen hat. Das auf der Krim registrierte Schiff Nord und seine 10 köpfige Mann Besatzung wurden zum ukrainischen Seehafen von Berdiansk begleitet.

Die russischen Medien behaupten, dass das Fischerboot russisch sei und die Besatzung russischer Staatsbürger wären. Während der Überprüfung des Bootes haben ukrainischen Behörden festgestellt, dass das Schiff in dem Krim-Hafen von Kertsch registriert wurde, und die Crew russische Pässe bei sich hatte, die nach 2014 ausgestellt wurde, dem Jahr, in dem Moskau die ukrainische Halbinsel illegal annektiert hatte.

Am 27. März berichtete Interfax, dass der Besitzer des Fischerbootes das russische Außenministerium um Hilfe gebeten hat; einen Tag später berichtete TASS, dass russisches Botschaftspersonal in der Ukraine die inhaftierte Crew besuchen würde.

Im Gespräch mit dem Radio Liberty Programm Crimea Realities, sagte der Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes Oleh Slobodian, ein solcher Besuch sei nicht geplant, und sie hätten keine offiziellen Anfragen für einen solchen Besuch erhalten. Slobodian leugnete auch, dass es bisher jedweder Kontakte mit Krim-Vertretern bezüglich des inhaftierten Bootes gab.

REN TV berichtet am 31. März, dass die Handlungen der ukrainischen Behörden illegal und gefährlich für Seemänner wären, und die inhaftierte Crew angeblich am Verhungern wäre, da ihre Vorräte aufgebraucht wären. Die gleiche Geschichte zeigt jedoch ein Video der Besatzungsmitglieder auf dem Schiff, das einen gefüllten Kühlschrank zeigt und über die fast sechstausend Kilo Sprotten im Laderaum spricht.

Nach Angaben der ukrainischen Behörden, habe das Schiff Nord unzählige Male gegen ukrainische Gesetze verstoßen, weswegen die Ein- und Ausreise aus dem besetzten Gebiet der Ukraine, der Krim, verboten werden würde.